Digitale Schwarz-Weiss Fotografie

Digitale Schwarz-Weiss Fotografie, Reduktion auf das Wesentliche, so könnte man die Schwarz-Weiss Fotografie an sich passend und kurz erklären. Mit jeder halbwegs guten Software oder der Monochrom-Einstellung in der Kamera bekommt man auf Knopfdruck ein Schwarz-Weiss Foto. Simpel oder? Ich habe hier das Buch Digitale Schwarz-Weiss Fotografie von Alexander Dacos aus dem mitp Verlag vor mir liegen und blättere darin herum. Brauche ich denn wirklich ein Buch zum Thema Schwarz-Weiss? Wie schon geschrieben, ich lade mein farbiges Foto in die Fotobearbeitung meiner Wahl und finde fast auf Anhieb den Schalter zur Umwandlung in ein monochromes Foto. Mehr brauche ich nicht … dachte ich. 

Wie Alexander Dacos fasziniert auch mich die (Digitale) Schwarz-Weiss Fotografie. Das mag daran liegen, dass ich bereits seit meinem 12 Lebensjahr fotografiere und als Teenager eine eigene Schwarz-Weiss Dunkelkammer hatte. Es mag aber auch daran liegen. dass die Schwarz-Weiss Fotografie viel älter ist als die heutige digitale Fotografie an sich und so viele namhafte Fotografen in Schwarz-Weiss fotografiert haben. Die Bilder von Ansel Adams faszinieren mich besonders, aber ich teile auch den Geschmack des Buchautors, denn er nennt in seinem Vorwort Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, David Chim Semour oder George Rodger.

Digitale Schwarz-Weiss Fotografie © mitp Verlag
Digitale Schwarz-Weiss Fotografie © mitp Verlag
Digitale Schwarz-Weiss Fotografie

Mit einem kleinen Exkurs in die Vergangenheit der Fotografie beginnt mich das Buch in seinen Bann zu ziehen. Ich finde viele Dinge wieder die ich in meinen Grundlagen Seminaren erwähne. Aber ich lese auch vieles von dem was ich aus Zeitgründen nicht erwähnen kann und doch so wichtig finde. Die Reduzierung auf das Wesentliche ist natürlich nicht nur das Umwandeln von Farben in Grautöne. Ich vertiefe mich immer mehr in das kleine Buch und bekomme noch einmal gezeigt welche Farben in welche Grautöne gewandelt werden und wie Farbe vom eigentlichen Motiv ablenken kann.

In meinen Seminaren zur Bildgestaltung zeige ich über 90% digitale Schwarz-Weiss Fotografien. Es kommt mit Sicherheit die Frage der Teilnehmer warum denn alle Fotos Schwarz-Weiss sind, weshalb das so ist erkläre ich ganz gerne damit, dass man leichter die gestalterischen Mittel erkennen kann. Wenn man sich intensiver mit dem Thema Digitale Schwarz-Weiss Fotografie auseinandersetzt dann lernt man in Schwarz-Weiss zu sehen. So war das zumindest bei mir zu meinen analogen Zeiten der Fotografie. Im Buch selbst gibt es hierzu ein entsprechendes Kapitel und ich fühlte mich direkt an meine analogen Zeiten erinnert. Aber auch heute gelingt es mir noch immer so zu sehen und selbst meine farbigen Fotos profitieren hiervon. Die Reduktion auf Schwarz-Weiss ist eben mehr als nur eine Umwandlung in Grautöne. Die Bildgestaltung ist hier entscheidend und verlangt nach einer guten Bildkomposition.

Digitale Schwarz-Weiss Fotografien strahlen meiner Meinung nach mehr Ruhe aus als farbige Bilder. Klar farbige Bilder gehören dazu, aber die Farbe an sich ist noch einmal eine ganz andere Ebene der Fotografie und verlangt ein weitaus geschulteres Sehen meiner Meinung nach. Dieses Sehen erlangt man meiner Meinung nach einfacher, wenn man sich mit der Schwarz-Weiss Fotografie und Bildkomposition auseinander setzt. Spätestens jetzt wird mir klar, ich brauche mehr als nur einen Schalter in der Software um ein gutes Schwarz-Weiss Foto zu erhalten.

Ohne Licht kein Foto

Meiner Kursteilnehmer hören es immer wieder – ohne gutes Licht kein gutes Foto. Eine noch so dramatische, faszinierende oder atemberaubende Landschaft kommt im Foto nur dann richtig zur Geltung wenn auch das Licht stimmt. Und der langweiligste Gegenstand kann durch richtiges Licht zu einem sehr interessanten Foto werden. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Wir sehen Silhouetten, können Aufnahmen im High-Key oder Low-Key Bereich fotografieren. Und wieder ist es das Buch in dem ich gerade lese, das mich erkennen lässt weshalb ich Schwarz-Weiss so mag.

Bildkomposition

Zum Thema Bildkomposition findet Alexander Dacos auch die passenden Worte. Fotografie ist wie Musik nur ohne Musik. Wieder erkenne ich meine eigenen Worte während meiner Seminare – auch ein Fotograf sollte sich aufwärmen, wie ein Musiker. Ein Musiker geht ja auch nicht auf die Bühne ohne sich vorher aufgewärmt zu haben und ein Künstler malt auch nicht sofort sein Werk. Beide fangen an mit Studien, kleinen Kompositionen und probieren Dinge aus. Aber nicht nur das Aufwärmen sondern das stetige Üben und sich verbessern führt letztendlich zum wirklichen Erfolg und zu besseren Ergebnissen bei seinen Fotografien. Herrlich wie ich mich in diesem Buch immer wieder selbst wiederfinde und bestätigt werde.

Mein Fazit

Das Buch bleibt nicht bei den Themen die ich zuvor angerissen habe, es geht noch viel weiter. Der Autor geht noch auf Farbfilter, Tonung und die digitale Dunkelkammer ein. Alexander Dacos verrät noch so manche Tipps für die Bildpräsentation. Dadurch, dass die digitale Dunkelkammer im Buch gleich ein komplettes Kapitel spendiert bekommt, zeigt, dass ich eingangs etwas provozierend formuliert habe – mehr als einen Schalter in der Software zu drücken braucht es nicht um ein Schwarz-Weiss Foto zu erhalten. Das Buch Digitale Schwarz-Weiss Fotografie hat mich begeistert. Ich empfehle es jedem, der sich mit seiner eigenen Fotografie, nicht nur der digitalen Schwarz-Weiss Fotografie, beschäftigen und auseinander setzen will. Der Leser erhält mit diesem Buch kompaktes Wissen in geballter Form und ein tolles Nachschlagewerk. Der Autor hat sein gesetztes Ziel mit seinem Buch erreicht und bei mir ins Schwarze getroffen. Ich bedanke mich beim Autor und beim mitp Verlag für diese Lektüre.

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