Schottland 2012

Ich bin Euch ja noch meinen Schottland Bericht schuldig, eigentlich wollte ich ja von Unterwegs aus bloggen, doch waren wir, nach dem unsere Ausrüstung jeweils für den morgigen Tag vorbereitet war, die Bilder des vergangenen Tages geotagged und gesichert waren, viel zu Müde noch Bilder für einen Bericht heraus zu suchen, geschweige denn, einen Bericht zu schreiben. Nach unserer Rückkehr haben sich einfach die Dinge überschlagen und einige davon hatten höhere Priorität. Im Artikel zur Schottland Vorbereitung konnte man sehen, das wir uns einiges vorgenommen hatten. Hier ist zu sehen was übrig geblieben ist: Schottland 2012 Eine ganze Menge an Orte die wir besucht haben. Wobei viele Zwischenstopps und gefahrene Routen etc. erst gar nicht aufgeführt sind. Unser Zielflughafen war zunächst Edinburgh, doch da dort zur Reisezeit das Fringe stattgefunden hat und dadurch fast alle Hotels und B&B’S ausgebucht oder nur zu dreifachen Preisen zu buchen waren, haben wir uns kurzerhand entschlossen direkt vom Flughafen Edinburgh nach Glasgow auf zu machen. Alleine der Mietwagen in dem der Fahrer rechts sitzt und das Fahren auf der linken Straßenseite ist schon ein kleines Abenteuer für sich gewesen.

Nach zwei Nächten in Glasgow führte uns der Weg in den kommenden Tagen in Richtung Westküste bis auf die Isle of Mull und Isle of Skye. Das Wetter war durchwachsen eben so richtig Schottland-Like. Danach zog es uns entlang der Westküste in den hohen Norden entlang der A836 bis nach Dunnet Head um dann entlang der Ostküste gen Süden zurück nach Edinburgh zu fahren. Für all das hatten wir uns drei Wochen Zeit gelassen. Wir können den Hype um Schottland und der Landschaft nachvollziehen, doch waren wir wohl mit zu hohen Erwartungen auf die Reise gegangen und etwas enttäuscht von dem was uns erwartet hatte. Entweder sind wir zu verwöhnt oder uns liegen einfach andere Landschaften, Natur und Wildlife mehr, welche wir auf anderen Reisen haben erleben dürfen. Es kann aber auch daran liegen, das wir nicht dreist genug sind einfach dort wo es eigentlich keine Haltemöglichkeiten gibt, trotzdem anzuhalten und die Landschaft zu genießen und fotografisch einzufangen.

Wandern in Schottland ist etwas das wir eigentlich auf unserem Plan hatten, doch in Anbetracht dessen, das viele Wanderungen einfach nur „one way“ oder Fernwanderungen sind und wir ein uns selbst auferlegtes straffes Rundreiseprogramm hatten, wurden diese vor Ort gestrichen und durch kurze Besuche zu besonders schönen Stellen und Orten ersetzt. Die wenigen Wanderungen die wir dennoch gemacht haben, waren uns zu touristisch, nicht das es überlaufen war, aber die Wege und Landschaften waren uns zu eintönig und nicht abenteuerlich genug.

Schottland ist im Gegensatz zu Irland wesentlich imposanter und weitläufiger – aber auch karger. So haben wir kaum natürlichen oder urwüchsigen Wald gefunden und eher Landschaften gesehen die wir hier in der Eifel schon gesehen haben. Die massiven Berghänge die uns begegnet sind, waren eher mit Heidelandschaften bewachsen und kaum mit höheren Pflanzen als einem Busch oder kleineren Bäumen bewachsen. Einem jeden Schottland-Neuling würden wir empfehlen sich auf die Westküste zu konzentrieren und die Ostküste nur im Schnellgang zu benutzen um wieder in Richtung Süden nach Edinburgh oder Glasgow zurück zu kommen. Der Westen ist wesentlich dramatischer und schöner. Der mittlere und östliche Norden ist eher flacheres Land und weitaus durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt.

Burgen, Schlösser, deren Gärten und Ruinen gibt es in Schottland zu Hauff und nicht zuletzt der horrenden Eintrittsgelder und zusätzlichen Parkgebühren die allerorts zu entrichten sind, waren sie uns bereits zur Mitte unseres Urlaubs überdrüssig. Selbst wenn man an entlegenen Orten parken möchte um eine Wanderung zu machen oder die Landschaft zu genießen wird man zur Kasse gebeten. Sicherlich – es gibt einen Historic Scotland – Explorer Pass, doch haben wir uns gegen diesen entschieden, da unsere Reiseroute offen war und wir nicht wussten ob sich der Pass rentieren würde. Heute würden wir jedem nur empfehlen diesen Pass zu kaufen, denn wenn auch nicht längst alle Sehenswürdigkeiten mit dem Pass abgedeckt sind, so spart man unter dem Strich doch das ein oder andere Pfund. Wir kommen locker auf rund 500 EUR für zwei Personen für drei Wochen alleine für Parken und Eintrittsgelder!

Aber längst nicht alle Sehenswürdigkeiten sind behaftet von Preisgeldern die zu entrichten sind um in den Genuss zu kommen diese zu sehen und zu erkunden. Viele Ruinen, wenn man sie nicht von innen sehen oder näher ran möchte kann man entlang der Straßen und umliegenden Bergen und Hügeln ebenfalls sehen und fotografieren. Was man auf den Bildern nicht gerade vermutet die man so von Schottland kennt, ist die angrenzende Umgebung von Häusern oder Straßen. Viele der sehenswerten Bauwerke und Aussichten sind einfach per Auto zu erreichen, was vielen Urlaubern, die Fußwege scheuen nur zu Recht erscheinen mag.

Unser Fazit lautet, Glasgow ist weitaus attraktiver als Edinburgh und sollte auf keinen Fall ausgelassen werden. Für die Isle of Skye sollten ein oder zwei Tage mehr als gedacht eingeplant werden. Der Nord-Osten hält kaum eine Überraschung bereit. Man sollte versuchen dort wo möglich zu sparen und sich z. Bsp. den Historic Scotland Explorer Pass zulegen. Kaffee kochen bzw. einen Espresso mit kochendem Wasser zu einem Lungo bzw. „normalen“ Kaffee zu strecken schmeckt nicht. Tee ist auch in England kein Qualitätsgarant. Und gutes Essen bekommt man meist nur in landfremden Restaurants wie Asiaten und Italienern. Geocaching kann man auch in Schottland betreiben! Dennoch möchten wir betonen, das es uns gefallen hat und wir den Urlaub nicht missen möchten, doch ein Virus hat uns nicht gepackt und so werden wir im kommenden Jahr weiter nach Zielen suchen, die sich nach wie vor an anderen Maßstäben zu behaupten haben.

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