PhotoPills, damit Deine Fotoplanung besser wird

(Anzeige) PhotoPills heißt eine Planungssoftware für Outdoor-Fotoshootings. Planung ist bekanntlich nicht alles, aber erleichtert ein Fotoshooting im Freien ungemein. Über den Namen möchte ich eigentlich nicht philosophieren. Lediglich mein Gedanke zum Wort „Pills“ (engl. für medizinische Pillen) lassen mich vermuten, dass es um „Besserung“ gehen soll. Eine Software um Fotos besser werden zu lassen? Nennt man die nicht Bildbearbeitung? Eines vorweg, mit Bildbearbeitung kann man schlechte Fotos nicht zu guten Fotos machen. Gute Fotos lassen sich mittels Bildbearbeitung optimieren. Um aber gute Fotos zu erhalten, sollte man überlegen, wann und wo man Aufnahmen machen möchte. Beim Planen stellt man fest, ob ein Shooting im Freien zum gewünschten Zeitpunkt überhaupt Sinn macht.

Jedem ist klar, dass ich einen Sonnenuntergang nicht in den führen Morgenstunden oder gegen Mittag fotografieren kann. Wir wissen, dass dies gegen Abend erst möglich wird. Aber wir wissen nicht unbedingt wann Jedem ist klar, dass ich einen Sonnenuntergang nicht in den führen Morgenstunden oder gegen Mittag fotografieren kann. Wir wissen, dass dies gegen Abend erst möglich wird. Aber wir wissen nicht unbedingt wann genau die Sonne untergeht. Und wenn wir einen schönen und geeigneten Ort für ein Foto mit Sonnenuntergang kennen, dann wissen wir meist auch nicht auf Anhieb an welcher Stelle die Sonne untergehen wird. Zudem ändert sich diese Position täglich. In größeren Schritten passiert dies natürlich, wenn wir von Wochen, Monaten oder Jahreszeiten sprechen. So finden wir in den unterschiedlichen Jahreszeiten zum Beispiel die Sternbilder an jeweils unterschiedlichen Positionen oder sie sind unter Umständen erst gar nicht zu sehen. Neben Sternbildern oder der Milchstraße lassen sich aber auch Sonnenstand und Mondposition vorher berechnen.

Ein Teil des Hauptmenüs von PhotoPills
Ein Teil des Hauptmenüs von PhotoPills
PhotoPills

PhotoPills ist keine neue Software und wer meine Blogartikel liest, weiß, dass ich bereits andere Software zur Planung vorgestellt habe die ich bei meinen Planungen heranziehe. Weshalb also noch eine weitere Vorstellung? Man sollte sich nicht immer nur auf das althergebrachte verlassen, sondern immer mal wieder über den Tellerrand schauen. Man weiß sonst ja nicht was man an den Werkzeugen, die man bereits nutzt hat oder anders, was einem eventuell mit anderen Tools an (Planungs-)Hilfen so entgeht.

Alternative

Bislang hatte ich einen klaren Favoriten gehabt, wenn es um die Planung meiner Landschaftsfotografie ging. Plan!It war und bleibt weiterhin bei mir im Einsatz. Und Plan!It erfährt nach wie vor durch meine Übersetzung in die deutsche Sprache meine Unterstützung. Mit einem etwas kleineren Funktionsumfang kommt PhotoPills daher. Es bietet allerdings alles, was man so braucht und ist für viele mehr als ausreichend. Nicht jeder braucht eine Karte die die Lichtverschmutzung vor Ort anzeigt oder Angaben zu Gezeiten. Gerade beim Funktionsumfang, mit dem eine Planungssoftware daherkommt, gibt große Unterschiede. Auch in Puncto Benutzerfreundlichkeit gibt es manches, was die Tools voneinander trennt. Alleine diese beiden Tatsachen, sind schon Ausschlag genug, dass jeder für sich entscheiden sollte, welches Programm für sich selbst Sinn macht, und wenn man sich gleich mehrere Programme gönnt, welche Funktion bei welchem Tool zum Einsatz kommen.

Funktionsumfang

Zum Funktionsumfang von PhotoPills, das für iOS und Android Geräte verfügbar ist, gehören unter anderem folgende Planungstools:

  • Planer
  • Sonne
  • Mond
  • Belichtung
  • Schärfentiefe
  • Sichtfeld
  • Pbjektdistanz
  • Äquivalente Brennweiten
  • Nacht-AR (virtuelle Realität)
  • Sternspuren
  • Sterne als Punkte
  • Zeitraffer
  • Timer

Viele dieser Tools sind bei anderen Programmen ebenfalls vorhanden, deshalb beschränke ich mich hier auf einige Funktionen, die andere nicht bieten oder die bei PhotoPills besser gelöst sind.

Belichtung

Unter der „Foto-Pille“ Belichtung, finden wir einen kleinen Rechner, der mir anzeigt welche Alternative ich zu meiner gewählten Einstellung nutzen kann. Was ist damit gemeint? Wir benötigen zur korrekten Belichtung eine bestimmte zur Lichtsituation passende Kombination aus Blende, Belichtungszeit und Lichtempfindlichkeit (ISO). Einmal über den Belichtungsmesser (der Kamera oder extern) ermittelt, kann ich diese Werte in den Rechner der App übertragen und mir  (entweder Verschlusszeit, Blende oder ISO) errechnen/anzeigen lassen die äquivalent die gleiche Lichtmenge auf meinen Sensor treffen lassen.

Beispiel: Die Kombination Blende 5.6 bei ISO 100 benötigt zum Beispiel eine 1/30s als Belichtungszeit. Äquivalent kann ich aber die gleiche Lichtmenge mit der Einstellung Blende 8, ISO 200 und der Belichtungszeit von 1/30s erreichen. Beide Einstellungen liefern mir den gerundeten Lichtwert 10.

DOF - Schärfentieferechner
DOF – Schärfentieferechner
Schärfentiefe

Für die Schärfentiefe gibt es gleich eine Anzahl an Pillen (Tools) im Programm. Ein klassischer Schärfentieferechner, zeigt je nach Kameramodell und genutzter Brennweite an, wo die Schärfegrenzen und Schärfepunkte in der Szene liegen. In einer Tabelle zur Schärfentiefe kann ich errechnen bzw. anzeigen lassen und ablesen, wo die Ebenen (Nah/Fern) meiner Schärfentiefe liegen. Dabei suche ich nach meiner eingestellten/verwendeten Blende und Distanz zum Fokuspunkt. Eine Hyperfokaltabelle passend zu Kamera und gewählten Brennweite/Blende wiederum die Hyperfokale Distanz. 

Sichtfeld

Bei der Sichtfeld-Funktion, wird mir der Ausschnitt bzw. das Sichtfeld berechnet, dass bei Verwendung einer bestimmten Brennweiten/Kamera Kombination zur Verfügung steht. Wenn ich mit meiner 5D Mark IV ein 50mm Objektiv nutze und auf 5m Entfernung fokussiere, habe ich einen horizontalen Winkel von 39,6° (dies entspricht 3.6m). Bei den gleichen Einstellungen und beim gleichen Objektiv an meiner 7D hingegen steht mir (dank Crop) lediglich eine sichtbare Breite von 2,23m (25,14°) zur Verfügung. D. h. mir fehlen links und rechts (auf die horizontale beschränkt) jeweils 0,685cm, die nicht mit auf das Bild kommen.

Objektdistanz

Die Objektdistanz, zeigt mir die Entfernung an, die ich benötige, um mein Motiv komplett (in Breite und Höhe) auf das Bild zu bekommen. Wenn ich zum Beispiel eine Häuserfront komplett ablichten will und ich in etwa weiß, wie breit und hoch das Haus ist, liefert mir der Helfer zurück, wie weit ich mich entfernen muss, um das Haus komplett auf das Foto zu bekommen. Dazu muss ich dem Programm verraten mit welcher Brennweite und ob ich hoch oder querformatig fotografieren möchte.

Sonne und Mond

Mit den Sonne/Mond Pillen kann ich mir auf einer vertikalen Zeitleiste ansehen, zu welcher Zeit wichtige Ereignisse stattfinden. Zu diesen Ereignissen zählen zum Beispiel Beginn/Ende der Goldenen/Blauen Stunde, die Dämmerungszeiten, Sonnen/Mond Aufgang und Untergang. Bei fast allen Funktionen kann man in unterschiedliche Modi wechseln. So kann man neben einer Auflistung von Zahlenwerten zu Schaubildern umschalten, die einem die Zahlen visuell noch einmal verdeutlichen. Interessant bei Sonne und Mond ist der AR-Modus. Dieser Modus schaltet die Kamera des SmartPhone/Tablets ein und nutzt das Live-Bild. Die App zeigt dann, wann und wo die Sonne oder der Mond zu sehen sein sollte. Natürlich nicht nur zur aktuellen Zeit, sondern ich kann eine bestimmte Uhrzeit und Tag einstellen an dem ich an der jetzigen Position vorhabe zu sein. Ich sehe dann genau wo die Sonne oder der Mond stehen wird. Möchte ich also zum Beispiel die untergehende Sonne an einem bestimmten Punkt in meiner Szene fotografieren, dann kann ich dies mit PhotoPills prüfen. Nur das Wetter kann die App nicht vorhersagen.

Spezialist oder Schweizer Messer

Gerade für die Funktion zu Sonne/Mond, hatte ich mir während der letzten Fotoreise, zwei, gerade für diese Zwecke entwickelte Spezial-Apps (SunSurveyorLite und Lumos) genauer angeschaut. Als dritte Software hatte ich wiedermal Plan!It im Einsatz. Doch bei Plan!It gefällt die mir die Sonne/Mond Lösung in Bezug auf „Aussehen“, „Umsetzung“, „Benutzerfreundlichkeit“ und „Einfachheit“ weniger. Die beiden Spezialisten versprachen zumindest von den gezeigten Screenshots eine echte Hilfe zu sein. Vielleicht bin ich an dieser Stelle den beiden Apps zu ungerecht, denn mir standen lediglich die freien (kostenlosen) Funktionen zur Verfügung. Es fehlte der AR-View (bei SunSurveyorLite) oder ich musste erstmal die App (Lumos) Kalibrieren.

Wirklich? Wie soll ich eine App bitte testen/beurteilen, wenn mir einmal der gewünschte View nicht zur Verfügung steht oder ich ständig eine Justierung vornehmen muss? Okay, nach einem Kauf wird bei der einen App der AR-View und andere Funktionen freigeschaltet, aber ehrlich, wenn die Grundfunktionen sich nicht testen lassen, gehe ich das, wenn auch überschaubare Risiko, nicht ein, für diese Apps Geld auszugeben. Dafür sind mir die Spezialisten doch zu teuer und bieten zu wenig. Wenn Sie nicht verlässlich sind oder erst nach ständigem Kalibrieren funktionieren habe ich Geld für „nichts“ ausgegeben. Bei einem Schweizer Messer wie PhotoPills kann ich zur Not aber wenigstens die Funktionen nutzen, die verlässlich und korrekt funktionieren und nutze für andere Bereiche halt was anderes.

Einarbeitung

Bei einem so großen Leistungsumfang, benötigt man natürlich eine gewisse Einarbeitungszeit. Wenn man allerdings Englisch kann, bietet PhotoPills seinen Nutzern zahlreiche Video-Tutorials und Anleitungen. Die App selbst kommt mit einer deutschen Oberfläche daher. Die meisten Funktionen sind in meinen Augen selbsterklärend und leicht verständlich. Die Einarbeitungszeit sollte sich also in Grenzen halten. Man wird schnell Erfolge verzeichnen und sehen wie einfach man eine Planung für sein Shooting erledigen kann. Pläne lassen sich übrigens auch mit diversen Funktionen Planen und sichern.

Fazit

Ob nun als weitere und ergänzende App oder als App die man ausschliesslich für seine Planung nutzen möchte, bietet PhotoPills in meinen Augen eine umfassende Funktionsvielfalt. Ich konnte zwar noch nicht bis ins kleinste Detail alle Funktionen nutzen/ausprobieren und testen, aber das, was ich mir angeschaut habe und wofür ich PhotoPills benutzen möchte liefert die Planungssoftware auch einwandfrei und benutzerfreundlich ab. Gerade im Bereich Sonne/Mond Position im Live View und Planung!

Zugewinn habe ich erhalten in zahlreichen Funktionen wie den Funktionen zur Schärfentiefe und Berechnung der hyperfokalen Distanz. Dabei geschieht dies in einer Art und Weise, wie sie auch meine anderen Apps bislang nicht oder nur unzureichend anboten. Manche Funktion ist ein wenig versteckt, so finde ich im Bereich Belichtung zusätzlich einen ND-Filter Rechner. Ich kann ganz einfach angeben, falls ich ein ND-Filter einsetzen möchte welche Stärke dieser hat. Mir werden dann die äquivalenten Einstellungen, zu den von mir zuvor ermittelten und übertragenen regulären Belichtungseinstellungen angezeigt die beim Filter Einsatz zum Tragen kommen.

PhotoPills - Website
PhotoPills – Website

Für mich stellt PhotoPills eine Bereicherung dar. Ich werde es in Zukunft gezielt in den Funktionen einsetzen, bei denen ich bislang bei anderen Apps immer wieder so meine Schwierigkeiten hatte. Wem der Leistungsumfang genügt, wird keine andere Software nebenher mehr brauchen. Ich bin mir recht sicher, dass dies auf eine Vielzahl, wenn nicht auf die Mehrheit von Fotografen zutrifft. 

Mehr zu PhotoPills sowie die App selbst gibt’s im Google Play Store (9,99 €) und Apple App Store (10,99 €) sowie auf der eigenen Webseite.

5 Gedanken zu „PhotoPills, damit Deine Fotoplanung besser wird“

    • Hallo Bruno,
      PhotoPills ist auf den mobilen Geräten in Deutsch verfügbar, allerdings sind die meisten außerhalb der App verfügbaren Anleitungen nicht übersetzt worden.
      LG
      Jörg

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Sendest du deinen Kommentar ab, erteilst du deine Einwilligung, dass ich deine Daten im Rahmen meiner Datenschutzerklärung verarbeiten darf. Du hast insbesondere die dort im Kapitel „Einwilligung“ genannten Rechte, etwa zum jederzeitigen Widerruf deiner Einwilligung.