Quo vadis? Zwischen Aufgeben und Neuanfang

Heute mal ein für mich nachdenklicher und eher persönlicher Beitrag, denn immer öfter kommen mir die Gedanken ich sollte Aufgeben. Zum einen weil ich es anscheinend nicht schaffe meine Zielgruppe zu erreichen. Nur wenige interessierte Fotobegeisterte haben sich bislang für meine neuen Live Online Schulungen begeistern können. Meist sind es bedenken in Bezug auf die Lernform, zum Ende einer Schulungen hingegen, sind die Teilnehmer hell auf begeistert und gar traurig, dass die Schulung schon vorbei ist. Auf der anderen Seite steht der finanzielle Aspekt. Ich muss aufpassen, dass eine gewisse Institution mir nicht den Vorwurf macht, es gäbe keine sichtbaren Indizien zur Gewinnabsicht (Liebhaberei). Anstatt aufzugeben, wäre auch ein Neuanfang denkbar, hierfür muss ich aber noch einmal mehr Geld in die Hand nehmen. Noch viel mehr Zeit investieren, denn die Idee ist, eine Community aufzubauen (Social Live) und hierüber geeignete Teilnehmer zu finden.

Beruf = Berufung

Bekanntlich habe ich, wie andere im Bereich Fotografie, mein Hobby zum (Neben-)Beruf gemacht. Während die meisten sich auf die Aufgabe als Auftrags-Fotograf fokussieren und mehr oder minder erfolgreich sind, habe ich mir die Weitergabe meines Wissens zur Passion gemacht. Viele meiner Kollegen haben ihr Steckenpferd zum „Full-Time“ Job machen können. Ich betreibe Sensorgrafie noch stets „neben her“ und bestreite unser Leben (das meiner Frau und unseren zwei Katern) mit unserer beider Einkommen als nichtselbständige Angestellte, welches zeitweise durch das geringere Kurzarbeitergeld abgelöst wurde.

Dank der pandemischen Lage rund um Corona und der auferlegten Beschränkungen, haben seit April letzten Jahres fast keine Präsenz-Schulungen stattfinden können. Meine Einnahmen nach Abzug der regulären Kosten beliefen sich im letzten Jahr gerade mal auf 225,87 €. Von diesem verbliebenen Geld werden nun noch Abschreibungen und die Kosten für den Steuerberater abgezogen.

Kosten und Zeitaufwand

Jeder kann sich nun ausrechnen, dass ich, nachdem die Abschreibungen und Steuerberatungskosten beglichen wurden, habe draufzahlen müssen. Zudem habe ich ein ganzes Jahr lang versucht mein Angebot und meine Webseite zu optimieren. Ich habe meine Präsentationen und bestehende Kurse überarbeitet, aktualisiert und optimiert. Ein neues Angebot, meine Live Online Schulungen, erarbeitet und angeboten. Letztlich habe ich auf unterschiedlichen Kanälen Werbung betrieben und nach neuen Möglichkeiten gesucht Fotobegeisterte für meine Workshops und Live Online Schulungen zu finden.

Wer schon einmal eine Schulung ausgearbeitet hat, hierfür Materialien gesucht, gesammelt und die Aussagen und Quellen auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft, Fotos erstellt, Videos gedreht und geschnitten hat, um daraus die Lehrmaterialien und Präsentationen zu erstellen, wird wissen, dass hierfür eine immense Menge an Zeit drauf geht und sehr viel Arbeit damit verbunden ist – erst recht wenn man nur wenige Stunden am Tag zur Verfügung hat.

Angebot

Darüber hinaus habe ich mich selbst durch Online Schulungen (LinkedIn Learning) und Lehrgänge weitergebildet, so darf ich mich nun Zertifizierter DWV-Wanderführer*in® nennen. Diese Fortbildung habe ich im Rahmen meiner Mitgliedschaft im Eifelverein vergangenen Herbst gemacht. Es tat sich ein kleines Zeitfenster auf, wo ein solcher Lehrgang möglich war. Erst ein paar Tage, kurz vor Lehrgangstart stand fest, ob er überhaupt stattfinden durfte. Mit der Zusatzqualifikation als Wanderführer kann ich in Zukunft fundierter Fotowanderungen planen und durchführen.

Aufgeben? Neuanfang?

Doch der ganze Aufwand nützt nichts, wenn ich es nicht schaffe Fotobegeisterte dazu zu bewegen meine Veranstaltungen zu buchen. Natürlich meine ich im Moment vor allem die neuen Live Online Schulungen (Webinare). Eigens hierfür habe ich ein Einladungsvideo auf YouTube eingestellt.

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Einladungsvideo zur Live-Online-Schulung

Ich hoffe ich halte es noch eine Weile durch und kann mich entscheiden zwischen Aufgeben oder Neuanfang. Was meinst du?

3 Gedanken zu „Quo vadis? Zwischen Aufgeben und Neuanfang“

  1. Hallo Joerg,

    wenn man von der Fotografie leben will oder zumindestens ein klein wenig Gewinn zu haben, um beim Finanzamt nicht der Liebhaberei bezichtig zu werden, der hat es in der momentanen Zeit echt schwer.

    Ich denke, die Menschen haben gerade ganz andere Probleme als Fotokurse zu besuchen. Dann gibt es auch noch eine andere Gefahr, es gibt immer mehr Autididakten, die sich bei Youtube und Co. selber weiterbilden. Das beobachte ich gerade bei meinem 20 jährigen Sohn, ob Fotografie, Basteln, Schreinern und Co. er zieht sich entsprechende Videos rein, und dann setzt er diese um, und mit dem Ergebnis ist er zufrieden.

    Er würde nie für Geld einen Kurs besuchen, lieber dieses Geld in Werkszeug und Ausrüstung inverstieren, z.B. Astrofotografie.

    Deshalb habe ich mich beim Start meines Blogs entschieden, dieses ohne kommerzielle Gewinnabsichten zu betreiben. Die 200 EUR Betriebskosten im Jahre läuft unter Hobbybudget.

    LG Bernhard

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  2. Da stellst du eine schwierige Frage. Vermutlich hast du die Antwort aber schon für dich gefunden – scheust vielleicht noch die Konsequenz?

    Für mich war 2019 der gewerbliche Teil definitiv zuende. Beruf, politisches Enegagement und Fotografie war nicht zu stemmen. Und so habe ich mein Gewerbe abgemeldet und knipse aus reiner Freude.

    Für dich wünsche ich alles Gute und Erfolg in deinem Tun. Du warst mir immer ein guter Fotofreund
    Lg
    Holger

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