HDR 4.0 Darkroom

Die HDR Fotografie gewinnt in meinen Augen immer mehr an Bedeutung, da es immer mehr Liebhaber und Verfechter gibt. Sie hat aber auch genauso viele Feinde und Verächter, so bleibt es jedem selbst überlassen ob er sich dafür begeistern möchte oder nicht. Für die, die sich mit dem Thema auseinander setzen wollen gibt es immer mehr Programme zum Thema, ich habe ja bereits früher einige HDR Programme getestet und möchte heute für ein neues Programm begeistern. Auf dem Photoshop Weblog konnte man sich um ein Rezensions Exemplar des HDR Darkroom aus dem Hause des Franzis Verlag bewerben der mir heute in der Version 4.0 vorliegt. Die Installation bereitete keine Schwierigkeiten und nach kurzer Zeit konnte das Programm gestartet werden.

Übersichtliche Startoberfläche von HDR 4.0 Darkroom

HDR 4.0 Darkroom (Screen 1)

Der HDR 4.0 Darkroom präsentiert sich mit einer aufgeräumten Oberfläche. Links sind von oben nach unten Symbole angeordnet, die den Benutzer durch den HDR Arbeitsablauf begleiten. Die ersten beiden Symbole bieten die Wahl mehrere oder ein einzelnes Bild in den HDR Darkroom zu laden. Die folgenden Symbole beschäftigen sich dann mit dem Tone Mapping, der Möglichkeit das geladene Bild zu drehen, zu speichern und Bildstörungen zu mindern. Ich hätte die Symbole ein wenig anders platziert, etwas logischer vom Arbeitsablauf her in etwa so: Laden, Drehen, Tone Mapping, Störungen beseitigen und Speichern. Vor dem Laden kann man festlegen ob die Bilder ausgerichtet und wie die Belichtung festgestellt werden soll. Ich bin es gewohnt die Bilder immer Ausrichten zu lassen denn obwohl ich mit einem Stativ fotografiere können sich dennoch leichte Verschiebungen einschleichen. Sind die Bilder einmal geladen erhält man die Vorschau eines ersten HDR Bildes. Der Ladevorgang bei drei Bildern geht von der Geschwindigkeit sehr schnell von statten. Die Vorschau zeigte bei meinen Bildern ein meist flaues und trübes Bild nur einmal hatte ich auf Anhieb ein natürlich wirkendes Bild. Allerdings spreche ich hier von der Standardeinstellung die das Programm nach dem laden der Bilder aus meinen Belichtungsreihen gemacht hat. Ein Klick auf das Symbol „Tone Mapping“ bringt den Haupt-Dialog der die diversen Einstellungen zur Veränderungen am Bild enthält.

HDR 4.0 Darkroom Tone Mapping Dialog

HDR 4.0 Darkroom Tone Mapping Dialog

Was mir besonders gut gefällt sind die vergebenen Dialogtexte. Man kennt ja aus Photoshop und ähnlichen Programmen die krampfhaft übersetzten Dialoge, Titel und Überschriften die meist mehr Verwirrung stiften als klar zu beschreiben um was es bei der Einstellung geht. Zu Anfang gibt es drei  Einstellmöglichkeiten:

  • Lokaler Farbtonausgleich
  • Lokaler Farbtonverstärker
  • Schneller Farbtonkompressor

Wobei der HDR Effekt und dessen Stärke von oben nach unten hin abnimmt. Der „Lokale Farbtonausgleich“ ist der eingestellte Standard, den ich bei all meinen Aufnahmen ebenfalls als Ausgangspunkt verwendet habe. Ich empfinde die gelieferte Einstellung eher zurückhaltend und anpassungsbedürftig. Die Tone Mapping Parameter lassen die Stärke des HDR Effektes regulieren. Die lokale Beleuchtung, die Helligkeit und die Sättigung beschäftigen sich im gesamten Bild mit Kontrast, Helligkeit und der Farbtemperatur. Ich hatte wie bereits angedeutet den Eindruck, dass meine Bilder ein wenig zu Hell und zu kalt dargestellt wurden. Ich habe darauf hin die Helligkeit ein wenig herabgesetzt und die Sättigung etwas nach oben gebracht. Mit der Lokalen Beleuchtung habe ich dann versucht das Bild ein wenig ausgewogener wirken zu lassen. Mit dem Farbabgleich ist die Möglichkeit geschaffen Farbstiche aus dem Bild zu entfernen oder zu setzen. Interessant ist der Dialog „S/W Punkt Begrenzung“. Mit Hilfe dieses Dialogs konnte ich das flaue aus den HDR Bildern entfernen, mit dem „weiß Punkt“ Regler lassen sich die Weißtöne aufhellen somit wirkt ein Weiß sauberer. Für Schattenpartien ist der „schwarz Punkt“ Regler gedacht, der ein flaues grau wieder in Schwarz wandelt. Gerade bei diesen Parametern macht sich das angezeigte Berg und Tal Diagramm bezahlt, da man hier ganz einfach an die Ränder der Berge fahren kann denn das Diagramm verschiebt sich bereits während man am Regler schiebt. Nicht nur im Diagramm lassen sich die getätigten Veränderungen und deren Wirkung begutachten, sie wirken sich gleich in der Bildvorschau aus. Man sollte ruhig mal die Regler in die Extreme fahren um zu sehen was am Bild eigentlich verändert wird , so kann man leicht mit allen Parametern spielen und experimentieren. Leider verändert sich während man einen Regler schiebt die Prozentzahl nicht gleich mit um so gezielt verschieben und vorgehen zu können. Gut gelöst ist aber, das man die Prozentangaben per Hand gezielt und somit genau eingeben kann. Wer möchte kann seine vorgenommenen Einstellungen zur späteren Wiederverwendung sichern. Ist man mit seiner Arbeit zufrieden klickt man auf OK. Hat man sich in den Einstellungen komplett verrannt klickt man einfach auf den Zurücksetzen Knopf und beginnt von vorne. Noch etwas ungenauer verhält es sich mit der Eingabe beim letzten Symbol Dialog um Bildstörungen zu verringern:

HDR 4.0 Darkroom Störungsdialog

HDR 4.0 Darkroom Störungsdialog

Leider verändert sich während man den Regler schiebt die Zahl nicht gleich mit und eine Direkteingabe eines Wertes wird nicht angeboten. Erst nachdem der Regler losgelassen wurde wird die Stärke des Effektes auch in einer Zahl ausgedrückt. Nach dem loslassen wird aber zumindest die Vorschau aktualisiert, doch eine auffällige Veränderung am Bild konnte ich selbst bei einer 100% Stellung (Regler ganz nach rechts) nicht feststellen. Die Speicherungssymbole lassen das Bild einmal als HDR Datei oder in ein frei wählbares Bildformat speichern:

HDR 4.0 Darkroom Speicherdialog

HDR 4.0 Darkroom Speicherdialog

Das HDR Format ist zumindest bei der Mac Version vom HDR Darkroom nicht gleich mit dem Programm verknüpft worden und lässt sich so nur nach dem Programmstart über die Menü-Dialoge wieder öffnen. Sollte eine Datei bereits vorhanden sein, meldet HDR Darkroom beim Speichern untypisch mit einem englisch sprachigen Dialog das Vorhandensein der Datei an. Ansonsten spricht das Programm sehr gut Deutsch.

HDR 4.0 Darkroom Filedialog

HDR 4.0 Darkroom Filedialog

Bei der Speicherung in ein Fremdformat zum Beispiel in JPG ist mir aufgefallen, dass der Auswahldialog zum Wählen des Dateiformats nur beim ersten mal erscheint danach begnügte sich HDR 4.0 Darkroom über das Speichern mittels Symbolklick darauf die Datei zu speichern, leider aber immer auch unter dem gleichen Namen, so wurden meine HDR Bilder immer wieder unter dem zuerst erstellen Exportformat und gleichen Datei-Namen gespeichert und so immer wieder überschrieben. Hier muss wohl ein Update den Fehler beheben, denn beim speichern in das HDR Format verhält sich das Programm normal! Deshalb sollte man bislang lieber über die Menüs arbeiten und den Punkt „Datei / Speichern unter“ oder den Tastaturbefehl CMD-S (Mac) zum Speichern seiner Arbeit benutzen.

Fazit: Hier und da ist das Programm Verbesserungs- und Korrektur bedürftig. Es bietet aber gerade „HDR Einsteigern“ und „Liebhabern von eher natürlich wirkenden HDR Aufnahmen“ ein gutes, einfach zu bedienendes und sehr verständliches Werkzeug zur Erstellung von HDR Bildern. Ich empfehle deshalb den Einsatz von HDR 4.0 Darkroom allen Personen die sich zum zuvor genannten Kreis zugehörig fühlen, so schnell und einfach kommt man kaum zu akzeptablen und natürlich wirkenden Resultaten. HDR 4.0 Darkroom bietet zusätzlich eine Stapelverarbeitung von ganzen HDR Belichtungsreihen an, diese Funktion habe ich mir allerdings nicht angesehen, da meine Ausgangsbilder zu unterschiedlich sind um auf gleiche Weise behandelt zu werden. Folgende Bilder wurden von mir per HDR 4.0 Darkroom erstellt.

Auf Vönnchens Welt gibt es  einen weiteren Testbericht zur Software.

 

 

Über Jörg Knörchen

Jörg Knörchen (Herzogenrath) ist gelernter Bürokaufmann, hat neben dem Fachabitur für Sozialpädagogik, lange Zeit als Reiseverkehrskaufmann gearbeitet und ist nun Vollzeit IT-Spezialist (Microsoft) und nicht zuletzt Fotograf. Zu seinen Lieblingsmotiven zählen Natur- und Landschaftsaufnahmen. Zu seiner Vorliebe für das Reisen sagt Knörchen selbst: „Ich bin eher den nordischen Ländern verbunden, neben Irland, Finnland, Island und England habe ich die kanadische Provinz Nova Scotia bereits mehrfach besucht und mich in dieses schöne Fleckchen Erde verliebt.“ Er fotografiert bereits seit über 30 Jahren, angefangen mit analoger Fotografie und eigener Schwarz/Weiß-Dunkelkammer, in der er Filme selbst entwickelt und Fotos ausbelichtet hat. Heute fotografiert er ausschließlich digital. Sein Wissen und seinen Erfahrungsschatz teilt er unter anderem in Vorträgen über seine Reisen, gibt Fotoseminare und Kurse, lädt zu Exkursionen ein und bloggt nicht zuletzt über all diese Themen.


Kommentare

HDR 4.0 Darkroom (Sponsored) — 3 Kommentare

  1. Pingback: Automatische Belichtungsreihe mit 6 oder mehr Bildern | Sensorgrafie.de

  2. Ich habe mir heute das Programm bestellt und warte schon ganz gespannt, insbsondere interssiert mich die Möglichkeit aus nur einem Bild, zumindest HDR ähnliche Fotos zu erstellen. Die Idee dazu ist ja eigentlich nicht schwer das existierende RAW Foto wir eben in drei Belichtungsstufen erneuet gespeichert und dann als HDR wieder zusammengesetzt. Selbstverständlich können alle meine Kameras Belichtungsreihen erzeugen, nur schon allein der Versuch ein Tier in einer Belichtungsreihe zu fotografieren und dieses dazu zu „überreden“ das es sich, wenn es auch nur eine Sekunde dauert, nicht zu bewegen, wird schwierig. Nun ja, danke für den Testbericht, der mir bei meiner Kaufentscheidung sehr geholfen hat, ich hoffe das HDR Darkroom 4 meine Ansprüche erfüllen wird.

    Kameras:
    Kodak Easyshare Z980
    Canon EOS 350 D
    Olympus C8080
    Kodak Easyshare M577
    Kodak ZI8 (Video Full HD)

    Bildbearbeitung:
    ACDSee Pro 4
    Zoner Photo Studio 13
    Sagelight 3
    Portrait Professional 9

  3. Pingback: Open Camera Controller « « Sensorgrafie.de

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